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Philosophie am WGE

Fragen über Fragen

Was ist typisch menschlich? Ist meine Seele gleichzusetzen mit meinem Gehirn oder ist sie etwas davon Verschiedenes? Was ist gerecht? Wie sollten Menschen in einer Gesellschaft zusammenleben? Welches Verhältnis besteht zwischen mir als Einzelnem und der Gesellschaft? Kann ich die Wirklichkeit überhaupt jemals so erkennen, wie sie ist? Wie argumentiere ich überzeugend? Welche Techniken können mir helfen, die Argumentation eines Textes herauszuarbeiten? Wie kann ich die Verwendung von Begriffen kritisch hinterfragen?
Dies sind nur einige von vielen möglichen Fragen, mit denen man sich im Fach Philosophie beschäftigt. Philosophie als „Liebe zur Weisheit“ (Wortbedeutung) setzt sich zum Ziel, an Stellen weiter zu fragen, an denen das Erkenntnisinteresse anderer Wissenschaften häufig aufhört, und zu möglichst gesicherten, d.h. gut begründeten, Erkenntnissen zu gelangen.

Wesentliche Ziele

Deutlich wird bereits an der kleinen Auswahl der eingangs genannten Fragen, dass in diesem Fach eine Verzahnung angestrebt wird zwischen der Auseinandersetzung mit den Inhalten der Philosophie und dem Erlernen des Philosophierens. Dies bedeutet, dass auf der einen Seite die Positionen und deren argumentative Begründung bekannter Philosophen verstanden und hinterfragt werden sollen und auf der anderen Seite das Philosophieren als Tätigkeit geschult und praktiziert werden soll.

Inhalte

Was sind nun aber die Inhalte im Fach Philosophie in der Oberstufe? Und was sind die für das Philosophieren typischen Methoden? Immanuel Kant fasst den Inhalt der Philosophie unter vier übergeordneten Fragen zusammen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Die Inhalte der drei Jahre, in denen Philosophie am Widukind-Gymnasium belegt werden kann, lehnen sich an diese vier Fragen an. In der Einführungsphase erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in diese Teilbereiche der Philosophie, indem ein erster Zugang zu Kants Fragen anhand jeweils eines oder mehrerer beispielhafter Themen stattfindet. Zudem bildet die Vermittlung der für die Philosophie wichtigen Methoden einen Schwerpunkt. Im zweiten Halbjahr steht dann Kants vierte Frage (Was ist der Mensch?) im Vordergrund, die Anthropologie. Hier stellt sich etwa die Frage, was den Menschen vom Tier generell unterscheidet oder welche Besonderheiten dem Menschen als einem Wesen zukommen, welches das Zusammenleben und dadurch vielleicht auch das eigene Überleben in der Bildung verschiedener Kulturen und Gesellschaften organisiert. Eine weitere wichtige Aufgabe des Faches Philosophie in der Einführungsphase ist die Vorbereitung, Begleitung und Auswertung des dreiwöchigen Sozialpraktikums, das von allen Schülerinnen und Schülern der zehnten Jahrgangsstufe absolviert wird.
In der ersten Hälfte der Qualifikationsphase wird Kants zweite Frage (Was soll ich tun?) genauer unter die Lupe genommen. Im ersten Halbjahr geht es hierbei um die Frage nach dem richtigen moralischen Handeln, also um die philosophische Disziplin der Ethik. Im zweiten Halbjahr stellt sich die Frage nach den Problemen von Politik, Recht, Staat und Gesellschaft. Hier ist zum Beispiel zu diskutieren, welches Verhältnis von Individuum und Staat angestrebt werden sollte oder welche verschiedenen Gerechtigkeitskonzepte es gibt.
In der zweiten Hälfte der Qualifikationsphase wird Kants erste Frage näher beleuchtet (Was kann ich wissen?). In der Beschäftigung mit der Erkenntnistheorie werden die Lösungsmöglichkeiten verschiedener Philosophen für die Probleme des Denkens, des Erkennens und der Wissenschaft verstanden, hinterfragt und mit eigenen Ideen verglichen. Hierbei kann zum Beispiel die Frage interessant sein, ob wir uns jemals sicher sein können, die Wahrheit erkannt zu haben oder ob es uns überhaupt möglich ist, etwas über die Wirklichkeit herauszufinden.

Methoden des Philosophierens

Nachdem nun grundlegende Inhalte der Philosophie und damit auch des Philosophieunterrichts verdeutlicht wurden, bleibt die Frage zu beantworten, welche Methoden das Philosophieren auszeichnen. Hier ist zunächst einmal das logisch einwandfreie Argumentieren zu nennen. Um dies zu erlernen, werden in der Einführungsphase gezielt Übungen durchgeführt, in denen Kenntnisse des logischen Argumentierens vermittelt und an Beispielen geübt werden. Diese Kompetenz verhilft nicht nur zu einer verbesserten Fähigkeit, in Diskussionen den eigenen Standpunkt besser begründen und Gegenmeinungen gezielt angreifen zu können. Sie ist auch dann unverzichtbar, wenn es heißt, die Argumentation von Texten zu rekonstruieren, womit das nächste entscheidende Standbein des Philosophierens genannt ist: die Textarbeit. Textarbeit bedeutet im Philosophieunterricht vor allem, dass die Argumentation eines Autors herausgearbeitet wird, Bezüge zwischen der erarbeiteten Argumentation zu vergleichbaren Ansätzen hergestellt werden und als entscheidender letzter Schritt ein eigener Standpunkt zu den verschiedenen Ansichten und Argumentationen formuliert wird. Für eine gut geprüfte eigene Position ist eine Diskussion nahezu unerlässlich, in der alle Beteiligten versuchen ihre Ansätze gut zu begründen und die der anderen ernsthaft zu überprüfen, um gemeinsam nach der Position zu suchen, für die sich die besten Gründe anführen lassen. Da philosophische Diskussionen ganz besonders den Anspruch haben, ergebnisoffen geführt zu werden, können am Ende auch verschiedene Positionen gleichberechtigt nebeneinander bestehen bleiben, die durch individuelle Gewichtungen übernommen oder abgelehnt werden. Diese begründete Entscheidung für eine bestimmte Position ist jedoch ausdrücklich nicht gleichzusetzen mit einem „Jeder kann meinen, was er will“, ohne dass er anderen die eigenen Beweggründe darlegen kann.
Zwei weitere Methoden, die gerade das Philosophieren auszeichnen, sind das Klären von Begriffen und der Einsatz von Gedankenexperimenten. Nur die bewusste Verwendung von Begriffen kann gewährleisten, dass man in einem gemeinsamen Erkenntnisprozess fortschreitet und sich nicht immer weiter in Unklarheiten verwickelt oder „aneinander vorbeiredet“. Gedankenexperimente im Sinne eines „Stellen wir uns einmal vor, dass…“ sind zum Beispiel besonders hilfreich, um neue Ideen zu entwickeln oder Argumente zu hinterfragen. Wenn man sich etwa vorstellt, ob ein Roboter, der einem Menschen komplett gleicht, jedoch über keinerlei Gefühle verfügt, als Mensch oder als Maschine betrachtet werden sollte, kann dies bei der Formulierung von notwendigen Eigenschaften des Menschen weiterhelfen (s. Kants vierte Frage).

Philosophie am WGE

Als wichtigstes Prinzip des Philosophierens und der Philosophie als Liebe zur Weisheit sei zum Schluss genannt, dass die Suche nach eigener und gemeinsamer Erkenntnis vor allem dann funktioniert, wenn jeder versucht, eigene Ideen zu entwickeln und die anderer kritisch zu hinterfragen. Dies bleibt das Herzstück der Philosophie!
Besonders gefragt ist diese Fähigkeit bei der Teilnahme am jährlichen Essaywettbewerb des Landes Nordrhein-Westfalens. Die Teilnahme ist freiwillig und wird von den Philosophielehrern/lehrerinnen des jeweiligen Kurses angeregt und begleitet.
Philosophie wird zurzeit in der Oberstufe als Fach im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld und als Alternative zum Fach Religion angeboten. Das Fach kann sowohl als drittes als auch als viertes Abiturfach gewählt werden. Für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe gibt es zurzeit in der achten Klasse die Möglichkeit, an einer Philosophie-AG teilzunehmen.